Die AGORS ist eine interdisziplinäre und multiprofessionelle Arbeitsgemeinschaft, die die Interessen der onkologischen Rehabilitation und der dort Tätigen in Leitlinien, Zertifizierungskommissionen und gesundheitspolitischen Gremien der DKG vertritt.
Die AGORS versteht sich als „Stimme der Onkologischen Rehabilitation“, sie engagiert sich in der Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Evidenz und gestaltet u. a. Buchprojekte, Leitlinienarbeit und Beiträge zum Deutschen Krebskongress.
Der AGORS Vorstand
Im Februar 2026 wurde der aktuelle Vorstand bei der Mitgliederversammlung (im Rahmen des DKK) gewählt.
| Vorstand | |
| Dr. Mario Schubert | Sprecher |
| Prof. Dr. med. Oliver Rick | Stellvertretender Sprecher |
| Dr. med. Anne Hopprich | Schriftführerin |
| Dr. med. Timo Schmitt | Kassenwart |
| Beirat | |
| PD Dr. med. Georgia Schilling | Vorsitzende des AKOR der DGHO |
| Dr. med. Wilfried Hoffmann | Beirat (ehemaliger Sprecher) |
| Dr. med. Timm Dauelsberg | Beirat (ehemaliger stellv. Sprecher) |
| PD Dr. med. Burkhard Beyer | Beirat |
Geschichte der AGORS
Der Grundstein der AGORS wurde bereits vor mindestens 30 Jahren mit der Arbeitsgemeinschaft Rehabilitation, Nachsorge, Sozialmedizin (ARNS) der DKG gelegt.
Zur ARNS findet sich in den uns zugänglichen Quellen jedoch überraschend wenig Konkretes, das Gründungsdatum 1990 wird in den Annalen der Deutschen Krebsgesellschaft genannt. Erwähnung findet die ARNS und ihr damaliger Vorsitzender, Herr Prof. Dr. med. Ulrich R. Kleeberg, dann jedenfalls in einem Artikel des Deutschen Ärzteblattes aus dem Jahr 1996 1.
Entstehung der ASORS aus ARNS und ASO
Die jüngere und besser dokumentierte Geschichte der AGORS-Vorgängerorganisationen reicht zurück in das Jahr 2008, als sich aus der zuvor genannten ARNS und der Arbeitsgruppen Supportive Onkologie (ASO) die neue Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie, Rehabilitation und Sozialmedizin (ASORS) formierte.

Die ASORS bündelte erstmals systematisch die Themen Supportivtherapie, onkologische Rehabilitation und sozialmedizinische Fragestellungen in einer gemeinsamen Plattform innerhalb der Sektion B der DKG.
In den folgenden Jahren entwickelte sich eine enge inhaltliche und persönliche Zusammenarbeit der beiden großen Bereiche Supportivtherapie einerseits sowie Rehabilitation und Sozialmedizin andererseits. Höhepunkte der Zusammenarbeit war immer wieder der wissenschaftliche ASORS-Jahreskongress – der letzte fand 2017 in München statt und hatte unter Anderem das Nebenwirkungmanagement der damals gerade in die klinische Praxis einziehenden Immuntherapien (Checkpoint-Inhibitoren) zum Inhalt.

Auflösung der ASORS und Gründung der AGORS
Mit zunehmender Spezialisierung wurde deutlich, dass beide Schwerpunkte – supportive Maßnahmen und Rehabilitation/Sozialmedizin – jeweils eine eigene fachliche Agenda, eigene Projekte und eine spezifische gesundheitspolitische Vertretung benötigen.
Auf der Mitgliederversammlung der ASORS am 23. Februar 2018 anlässlich des Deutschen Krebskongresses wurde daher die Trennung der bisherigen Sektionen formal beschlossen.
Noch am selben Tag gründeten sich zwei eigenständige Arbeitsgemeinschaften: die Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie (AGSMO) und die Arbeitsgemeinschaft Onkologische Rehabilitation und Sozialmedizin (AGORS).
Entwicklung und Aktivitäten der AGORS seit 2018
Die AGORS hat sich seit ihrer Neugründung als eigenständige Arbeitsgemeinschaft inzwischen zu einem anerkannten Fachgremium in der onkologischen Rehabilitation entwickelt.
Ein wesentlicher Schwerpunkt der AGORS-Arbeit lag in der leitliniengebundenen Qualitätssicherung. Bis zu 20 AGORS-Mitglieder wirkten kontinuierlich bis zu 40 S2k- und S3-Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft mit und brachten rehabilitationsmedizinische Expertise in die onkologische Standardversorgung ein. Ergänzend beteiligte sich die AGORS regelmäßig an den Zertifizierungskommissionen der DKG. Ein besonderes Engagement zeigte die AGORS als Initiatorin der S3-Leitlinie Bewegungstherapie in der Onkologie, die gemeinsam mit NEBKO und AGSMO auf den Weg gebracht wurde und in deren Koordinationsgruppe die AGORS seitdem aktiv mitarbeitet.
Beim Deutschen Krebskongress gestaltet die AGORS regelmäßig das Fachprogramm aktiv mit und stärkt damit die Sichtbarkeit der onkologischen Rehabilitation im wissenschaftlichen Diskurs. Den Blick nach vorn richtete die AGORS 2024 mit dem Zukunftsworkshop „Onkologische Reha 2030”, der strategische Impulse für die künftige Ausrichtung des Fachgebiets setzt.
Das bedeutendste inhaltliche Langzeitprojekt der AGORS ist die Entwicklung evidenzbasierter onkologischer Reha-Therapiestandards (ORTS). Das Vorhaben wurde 2019 konzeptuell entwickelt und erhielt eine Förderung durch die Deutsche Krebsgesellschaft. Nach dem offiziellen Projektstart im Jahr 2022 konnte das daraus hervorgegangene Buchprojekt “Onkologische Rehabilitation” 2024 erfolgreich abgeschlossen werden – ein praxisorientiertes Nachschlagewerk für Fachleute in der onkologischen Versorgung.
Mit dem Portal „Reha hilft Krebspatienten” betreibt die AGORS seit 2020 eine Informationsplattform für Patientinnen und Patienten sowie für Fachkräfte im Sozialdienst und in der onkologischen Medizin. Die Website wird kontinuierlich durch einen wissenschaftlichen Beirat aktualisiert, und begleitendes Informationsmaterial für Sozialdienste sowie Patientinnen und Patienten wurde eigens entwickelt und bereitgestellt.
Als Mitgründerin der Wissenschaftlich-Medizinischen Allianz für Rehabilitation (WMAR) bringt die AGORS ihre Expertise in übergreifende gesundheitspolitische Projekte ein – mit dem Ziel, die Stimme der Rehabilitationsmedizin im akademischen Bereich und bei wichtigen Institutionen der Gesundheitspolitik zu stärken. Die WMAR setzt sich für wichtige Ziele ein, darunter der Erhalt von Lehrstühlen für Medizinische Rehabilitation und die Verankerung der Rehabilitation in der neuen Approbationsordnung für Ärztinnen und Ärzte. Im Rahmen des Nationalen Krebsplans war die AGORS zudem in der Expertenarbeitsgruppe Langzeitüberleben nach Krebs (AG LONKO) vertreten.
Quellen und Anmerkungen:
- Nickolaus, B.: “Onkologische Nachsorge: Abschied von Illusionen”, Dtsch Arztebl International, Ausg. 10, 1996.↩
