Eine neue Metaanalyse randomisierter Studien legt nahe, dass strukturiertes Training bei Krebserkrankten nicht nur Lebensqualität und Belastbarkeit verbessert, sondern auch das Überleben 1.
Bewegung gehört in der onkologischen Rehabilitation längst zum Standard, etwa gegen Fatigue und Leistungsabfall. Ob sie auch das Überleben beeinflusst, stützte sich bisher vor allem auf Beobachtungsstudien, die für Verzerrungen anfällig sind. Eine aktuelle Metaanalyse im British Journal of Sports Medicine wertet nun ausschließlich randomisierte Studien aus.
Was die Analyse zeigt
Eingeschlossen wurden 21 Studien mit 8.449 Teilnehmenden. Strukturiertes, supervidiertes Training war mit einem besseren Gesamtüberleben (HR 0,77; 95-%-KI 0,65–0,92) und einem besseren krankheitsfreien Überleben (HR 0,83; 0,72–0,95) verbunden. Auch die Gesamtmortalität und die krebsspezifische Mortalität waren niedriger. Beim progressionsfreien Überleben und bei der pathologischen Komplettremission zeigte sich kein Effekt, hier ist die Datenlage allerdings dünn. Die Autoren stufen die Aussagesicherheit als moderat ein.Der Nutzen schien größer bei Ausdauer- oder kombiniertem Training, im frühen Krankheitsstadium und bei hoher Adhärenz (≥ 70 %). Statistisch belegte Unterschiede zwischen den Subgruppen gab es jedoch nicht, und die Adhärenzanalyse war explorativ.
Einordnung
Die Ergebnisse passen zu dem, was Kohortenstudien seit Jahren zeigen. Einschränkungen gibt es dennoch: Rund drei Viertel der Teilnehmenden hatten Brustkrebs, 88 % waren Frauen. Für fortgeschrittene Erkrankungen und andere Tumorentitäten liegen kaum Daten vor. Die Trainingsprogramme unterschieden sich stark in Art, Intensität und Dauer, und Kontrollgruppen wurden teils selbst aktiver. Zudem nehmen an Bewegungsstudien eher gesündere und motivierte Patientinnen und Patienten teil. Für die Praxis bekommt die Empfehlung zu strukturiertem Training damit ein zusätzliches Argument. Entscheidend ist, dass die Programme so gestaltet sind, dass Betroffene sie auch durchhalten. Das ist eine Kernaufgabe der onkologischen Rehabilitation.
Quellen und Anmerkungen:
- Tzang C‑C, et al. Br J Sports Med 2026. doi:10.1136/bjsports-2026–111664↩


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