Der Deutsche Krebskongress 2026 fand vom 18. bis 21. Februar 2026 im CityCube Berlin statt und versammelte rund 12.500 Teilnehmende aus allen Bereichen der Krebsversorgung.
Unter dem Leitmotiv „zusammen – gezielt – zukunftsfähig“ stand eine interprofessionelle, patientenzentrierte und sektorenübergreifende Onkologie im Mittelpunkt.
Wir als AGORS versuchten darzustellen, warum es auch weiterhin der onkologischen Rehabilitation als integralem Bestandteil einer zukunftsfähigen Krebsversorgung bedarf.
Gesundheitspolitische Perspektive
Die Deutsche Krebsgesellschaft und die Deutsche Krebshilfe betonten zum Auftakt des Kongresses die zunehmenden Herausforderungen durch Fachkräftemangel und begrenzte finanzielle Ressourcen. Gefordert wurden strukturelle Reformen, eine bessere Verzahnung von Forschung und Versorgung sowie stärkere Investitionen in den Nachwuchs. Für Rehabilitation und Sozialmedizin unterstreicht dies unserer Meinung nach die Bedeutung für Versorgungskontinuität, Teilhabe und die langfristige Betreuung onkologischer Patient:innen.
Zentrale Inhalte mit Reha-Bezug
Versorgung über den Akutverlauf hinaus:
Langzeitfolgen, Fatigue, psychosoziale Belastungen und berufliche Wiedereingliederung waren präsente Themen. Rehabilitation wird erfreulicher Weise zunehmend als integraler Bestandteil von Survivorship-Konzepten verstanden.
Sektorenübergreifende Strukturen:
Die engere Verzahnung von Akutmedizin, Nachsorge und Rehabilitation wurde als Schlüssel für Versorgungsqualität hervorgehoben – einschließlich der Einbindung in Tumorboards und strukturierte Nachsorgepfade.
Digitalisierung und Daten:
Diskutiert wurden KI-Anwendungen und Registerdaten, die künftig auch funktionelle Einschränkungen, Teilhabeziele und Reha-Ergebnisse systematisch abbilden können.
Prävention und Gesundheitskompetenz:
Eckart von Hirschhausen hob in seiner Keynote die Bedeutung moderner Gesundheitskommunikation und von „Planetary Health“ hervor. Für die Rehabilitation ergibt sich daraus ein klarer Auftrag zur Stärkung der Gesundheitskompetenz.

Personalisierte Versorgung:
Die Verbindung von molekularer Präzisionsonkologie und personenzentrierter Versorgung bietet Anschlussfähigkeit für individualisierte, biopsychosoziale Rehabilitationskonzepte.
Bedeutung für die AGORS
Für die Arbeitsgemeinschaft Onkologische Rehabilitation und Sozialmedizin war es herausfordernd, sich als integralem Teil der Versorgungskette zu behaupten; obwohl die auf dem Kongress gesetzten Schwerpunkte eigentlich die Rolle der Rehabilitation aufwerten sollten. Immerhin in den Bereichen Survivorship, Digitalisierung, Leitlinienintegration und sektorenübergreifende Versorgung ergaben sich klare Ansatzpunkte, wie rehabilitative und sozialmedizinische Expertise dabei helfen kann, die Versorgungsqualität nachhaltig zu sichern.
Fazit
Der DKK 2026 zeigte mit einem an den Behandlungspfanden ausgerichteten Tagungsprogramm, dass eine nachhaltige Krebsversorgung die Zeit nach der Akuttherapie systematisch mit einbeziehen muss. Rehabilitation und Sozialmedizin gewinnen dabei an Bedeutung – als Elemente für Lebensqualität, Teilhabe und langfristige Versorgung.


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